Manchmal sind es die stillen Stunden mit einem inspirierenden Buch, die etwas Wertvolles in uns bewegen, um einen nächsten Schritt zu gehen...

"Ungezähmt" von Glennon Doyle

„Ungezähmt“ ist ein inspirierendes Memoir und Selbsthilfebuch von Glennon Doyle, das sich mit Selbstfindung, innerer Freiheit und dem Mut, authentisch zu leben, beschäftigt.


Glennon Doyle erzählt, wie sie aus einem Leben ausbricht, das auf gesellschaftlichen Erwartungen basiert, und sich für ein Leben entscheidet, das wirklich ihr eigenes ist. Sie beschreibt ihren Weg aus einer unglücklichen Ehe, ihre Liebe zu einer Frau und ihren Prozess der Selbstbefreiung.


Das Buch beginnt mit einer Geschichte über eine Gepardin, die in Gefangenschaft lebt und sich ihrem Käfig angepasst hat. Doyle erkennt darin ein Sinnbild für sich selbst und viele Frauen: Sie sind gezähmt worden und haben verlernt, auf ihre Instinkte zu hören.


Doyle beschreibt, wie Frauen oft beigebracht wird, sich selbst zurückzunehmen – als Mütter, Partnerinnen, Freundinnen. Sie plädiert dafür, die eigene Wahrheit zu leben, statt sich in gesellschaftliche Erwartungen zu zwängen.


Ein wichtiger Punkt des Buches ist, dass Veränderung immer Angst macht – aber dass Angst oft ein Zeichen ist, dass wir wachsen. 


Ungezähmt ist eine kraftvolle Einladung, die eigenen Ketten zu lösen, sich selbst zu vertrauen und ein wilderes, freieres Leben zu führen. Doyle ermutigt dazu, auf die eigene innere Stimme zu hören und mutige Entscheidungen zu treffen – auch wenn sie unbequem sind.


Es ist ein Buch für alle, die sich nach Veränderung sehnen, aber Angst vor dem Unbekannten haben. 

"Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden" von Lori Gottlieb

Das Buch "Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden" von Lori Gottlieb ist eine Mischung aus autobiografischem Bericht und psychologischer Fallstudie. Die Autorin, selbst Psychotherapeutin, erzählt von ihrer eigenen Therapieerfahrung und gibt gleichzeitig Einblicke in das Leben und die Therapie ihrer Patient*innen.


Lori Gottlieb ist eine erfolgreiche Psychotherapeutin, die anderen Menschen hilft, ihre persönlichen Krisen zu bewältigen. Doch als ihr langjähriger Partner sie plötzlich verlässt, gerät sie selbst in eine tiefe emotionale Krise. Zum ersten Mal sitzt sie nicht mehr auf der Therapeutinnen-, sondern auf der Patientinnenseite.


Sie beginnt eine Therapie bei dem einfühlsamen, aber direkten Wendell, der ihr hilft, ihre eigenen Muster zu hinterfragen und mit ihrem Schmerz umzugehen. Parallel zu ihrer eigenen Therapie begleitet Lori mehrere Patient*innen, deren Geschichten sich nach und nach entfalten.


Zentrale Themen & Botschaft des Buches sind:

  • Selbst Therapeut*innen brauchen manchmal Therapie – mentale Gesundheit betrifft uns alle.
  • Wir tragen oft unbewusst Muster in uns, die unsere Beziehungen und unser Verhalten prägen.
  • Jeder hat eine Geschichte, die ihn zu dem Menschen macht, der er ist.
  • Manche Dinge kann man nicht ändern, aber man kann lernen, mit ihnen zu leben.


Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden ist ein kluges, berührendes und humorvolles Buch, das Einblick in die Welt der Psychotherapie gibt und zeigt, wie universell unsere menschlichen Kämpfe sind. Es ist ein Buch über Hoffnung, Heilung und die Kraft der Selbstreflexion – und darüber, dass jeder manchmal jemanden braucht, mit dem er reden kann.

"Mein Name sei Gantenbein" von Max Frisch

„Mein Name sei Gantenbein“ ist ein Roman von Max Frisch, der 1964 veröffentlicht wurde. Das Buch beschäftigt sich mit Identität, Selbstwahrnehmung und der Konstruktion von Lebensgeschichten. 

Der Roman erzählt nicht eine klassische, lineare Geschichte, sondern präsentiert verschiedene Möglichkeiten, wie das Leben des Erzählers verlaufen könnte. Dabei schlüpft der Protagonist in unterschiedliche Rollen und entwirft alternative Versionen seines eigenen Lebens.

Eine dieser Identitäten ist Gantenbein, ein Mann, der vorgibt, blind zu sein. Durch diese Maskerade kann er die Welt um sich herum unbemerkt beobachten. In einer anderen Version ist er ein Mann, der mit der Schauspielerin Lila verheiratet ist, die ihn betrügt. Immer wieder überlegt der Erzähler, ob er das Leben eines Soldaten, eines Betrügers oder eines Scheiternden geführt haben könnte.
 
Der Erzähler stellt sich selbst infrage und probiert verschiedene Identitäten aus, anstatt eine feste Persönlichkeit zu haben. Die Geschichte wird nicht als eine Wahrheit erzählt, sondern als eine Sammlung von Möglichkeiten. Der Roman besteht aus Gedankenfetzen, Sprüngen und Wiederholungen, was ihn zu einer Herausforderung macht, aber auch sehr faszinierend. 

Max Frisch zeigt mit „Mein Name sei Gantenbein“, dass Identität nicht festgelegt ist, sondern dass wir unser Leben ständig neu erfinden. Es ist ein Buch über Zweifel, Möglichkeiten und die Geschichten, die wir uns selbst erzählen. 

"Das Blubbern von Glück" von Barry Jonsberg

Der Roman "Das Blubbern von Glück" erzählt die Geschichte der 12-jährigen Candice Phee, eines außergewöhnlichen Mädchens mit einer besonderen Art, die Welt zu sehen. Candice ist intelligent, ehrlich bis zur Schmerzgrenze und nimmt alles wörtlich. Sie liebt Wörter, Ordnung und Gerechtigkeit – und sie hat eine Mission: alle Menschen in ihrem Umfeld glücklich zu machen.


Candice lebt in einer australischen Kleinstadt und wächst in einer Familie auf, die von Trauer und Streit geprägt ist. Ihre Mutter ist depressiv, seit sie ein Kind verloren hat. Ihr Vater hat sich von der Familie zurückgezogen und spricht kaum noch. Ihr Onkel Brian lebt in einer Fantasiewelt und glaubt, er sei ein Fisch.


Candice selbst ist eine Außenseiterin. Sie hat keine Freunde, wird von ihren Mitschülern oft seltsam gefunden, aber sie stört sich nicht daran.


Als Candices Lehrerin eine Hausaufgabe stellt, in der die Schüler ihr Leben in alphabetischer Reihenfolge erzählen sollen, beginnt Candice, ihre Geschichte systematisch aufzuschreiben. Dabei erkennt sie, dass es in ihrem Umfeld viel Unglück gibt – und sie beschließt, das zu ändern. Mit ihrer direkten und einzigartigen Denkweise versucht Candice, die Menschen um sich herum glücklich zu machen.


Das Blubbern von Glück ist eine warmherzige, humorvolle und tiefgründige Geschichte über ein Mädchen, das mit ihrer besonderen Art die Welt ein bisschen heller macht. Candice Phee beweist, dass Freundlichkeit und Ehrlichkeit die stärksten Werkzeuge sind, um Glück zu verbreiten.

"Das fremde Meer" von Katharina Hartwell

Der Roman "Das fremde Meer" von Katharina Hartwell ist eine poetische Geschichte über Liebe, Verlust und Erinnerung, erzählt in einer Mischung aus Realität und Fiktion. 

 

Die Erzählerin Marie wächst mit ihrem besten Freund und späteren Geliebten Jan auf. Die beiden sind unzertrennlich, bis Jan eines Tages bei einem Unfall im Meer verschwindet. Marie bleibt zurück mit einer tiefen Trauer, die sie nicht überwinden kann. 

 

Um mit ihrem Schmerz umzugehen, beginnt sie, ihre Geschichte in fiktiven Erzählungen zu verarbeiten: Immer wieder beschreibt sie andere Versionen ihrer gemeinsamen Geschichte, in denen sich Jan und sie in neuen, oft magischen oder fantastischen Welten begegnen. Mal sind sie Forscher, mal leben sie in einer Stadt aus Nebel, mal ist Jan ein Fremder, den sie neu kennenlernen muss. 

 

Diese verschachtelten Erzählungen zeigen Maries inneren Kampf: Sie versucht, Jan in ihrer Erinnerung festzuhalten, aber das Meer – real und metaphorisch – nimmt ihn ihr immer wieder. 

 

Das Buch spielt mit der Frage: Was ist real? Was bleibt von einem Menschen, wenn er geht? 

Die Beziehung zwischen Marie und Jan ist intensiv, aber letztlich nicht festzuhalten. 

 

Das fremde Meer ist ein tiefgründiger, melancholischer Roman über den Umgang mit Verlust. Die traumhafte, fast surreale Sprache macht die Geschichte zu einem literarischen Erlebnis. Wer poetische, ruhige und emotionale Geschichten mag, wird dieses Buch lieben. 

"No und ich" von Delphine de Vigan

Der Roman "No und ich" erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen der hochbegabten, aber einsamen Lou Bertignac und der obdachlosen No

 

Lou ist 13 Jahre alt, hochintelligent und ihrer Klasse zwei Jahre voraus. Trotz ihrer Intelligenz fühlt sie sich oft einsam. Ihre Mutter ist nach dem Tod ihrer kleinen Schwester in Depressionen versunken, und ihr Vater versucht, die Familie zusammenzuhalten. Lou beobachtet die Welt mit Neugier, aber auch mit dem Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören. 

 

Eines Tages begegnet Lou der 18-jährigen No (Nolwenn), die auf der Straße lebt. No ist rau, misstrauisch und hat gelernt, niemandem zu vertrauen. Doch zwischen ihr und Lou entwickelt sich eine unerwartete Freundschaft. 

 

Für ein Schulprojekt über Obdachlosigkeit interviewt Lou No und beginnt, sich immer mehr für sie einzusetzen. Schließlich überredet sie ihre Eltern, No bei ihnen aufzunehmen. Anfangs scheint es, als könnte No eine zweite Chance bekommen: Sie hat ein Dach über dem Kopf, erfährt Fürsorge und entwickelt eine enge Bindung zu Lou. 

 

Doch No hat eine schwierige Vergangenheit voller Vernachlässigung und Ablehnung. Sie kämpft mit Alkoholproblemen und kann sich nicht an ein geregeltes Leben anpassen. Schließlich bricht sie aus dem geordneten Umfeld wieder aus und verschwindet. 

 

Lou erkennt, dass man nicht jeden retten kann – und dass das Leben nicht immer fair ist. Trotzdem hat die Freundschaft mit No ihr Leben verändert. Sie ist mutiger geworden, hat gelernt, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren, und spürt erstmals, dass sie etwas bewirken kann. 

 

No und ich ist eine berührende, nachdenkliche Geschichte über Freundschaft, Einsamkeit und soziale Ungerechtigkeit. Es zeigt, dass die Welt nicht immer gerecht ist, aber dass es trotzdem wichtig ist, nicht wegzusehen. 

"Die Eleganz des Igels" von Muriel Barbery 

Der Roman "Die Eleganz des Igels" spielt in einem luxuriösen Wohnhaus in Paris und erzählt die Geschichte zweier außergewöhnlicher Charaktere, die sich hinter Fassaden verstecken: Renée Michel, eine unauffällige Concierge, und Paloma Josse, ein hochintelligentes, aber lebensmüdes Mädchen. 


Alles verändert sich, als ein neuer Mieter ins Haus zieht: Kakuro Ozu, ein wohlhabender, kultivierter Japaner. Im Gegensatz zu den anderen Bewohnern erkennt er sofort, dass Renée nicht die einfache Concierge ist, die sie vorgibt zu sein. Er durchschaut ihre Intelligenz. 

 

Auch Paloma fühlt sich zu Kakuro hingezogen, weil er anders ist als die oberflächlichen Erwachsenen, die sie kennt. Über ihn kommt sie Renée näher, und die beiden beginnen eine unerwartete, aber tiefgehende Freundschaft. Paloma erkennt in Renée eine Gleichgesinnte – eine Person, die ebenfalls ihre wahre Natur vor der Welt versteckt. 


Die Eleganz des Igels ist ein tiefgründiger, poetischer Roman über Freundschaft, Einsamkeit und die Schönheit des Lebens. Er zeigt, dass wahre Eleganz nicht im äußeren Glanz liegt, sondern in der Tiefe des Denkens und der Fähigkeit, Schönheit zu erkennen. 

"Meine fremde Freundin" von Jenny Bünnig 

Der Roman "Meine fremde Freundin" von Jenny Bünnig erzählt in berührender Tiefe die Geschichte einer Freundschaft. Seit ihrer Kindheit waren Inken und Josephine befreundet. Das Aufwachsen im Ruhrgebiet hat sie genauso geprägt wie ihre unterschieldichen Persönlichkeiten. Inken war lebensfroh, extrovertiert, spontan und beliebt. Josephine dagegen eher zurückhaltend, nachdenklich, introvertiert. Trotz oder gerade aufgrund dieser Unterschiedlichkeiten war ihre Freundschaft und das, was sie miteinander erlebt haben, von prägender Bedeutung.


Jenny Bünnig nimmt uns mit auf eine Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Es steht die Frage im Raum, was mit einem Menschen passieren kann, der nach dem Tod einer besonderen Freundin mit existenziellen Fragen zurückbleibt.

Nach Inkens Tod bricht Jospehine innerlich zusammen. Sie hat Fragen - viele Fragen! Und sie beginnt zu wandern - ziellos und rastlos. Es ist eine radikale Form der Trauerbewältigung und Selbstsuche, bei der wir als Leser*innen still mit ihr durch fremde Gärten und Felder ziehen, vor uns sehen, wie sie mit ihrem Zelt der Enge geschlossener Räume entflieht und beobachten dürfen, wie sie sich zunehmend selbst begegnet. 

 

Langsam beginnt Josephine, das Bild, welches sie von ihrer Freundin hatte, zu hinterfragen. Wieviel davon war Inken wirklich und was entspringt Josephines eigenen Vorstellungen von Inken? Die Leitfigur, die Inken, manchmal auch übermächtig, in Josephines Leben war, bekommt Risse. Wieviel Machtgefälle, Abhängigkeit und Unsicherheit steckte neben aller Tiefe in ihrer Beziehung?  


Der Roman ist eine stille Liebeserklärung an die Freundschaft, mit all ihren Dimensionen. Genau hierin liegt die Besonderheit der Geschichte: Wir erleben die tiefgreifende Trauerbewältigung und Selbstsuche einer jungen Frau, die ausgelöst durch den Tod der Freundin, eine Reise zu sich selbst wagt. Vielleicht eine der mutigsten Reisen, die wir alle unternehmen können.